Wednesday, November 17. 2010
ICH MEINS ERNST, WELDA! SCHER DICH SOFORT ZU DEINEN DÄMLICHEN PROGRAMMEN ODER INS BETT ODER WAS WEISS ICH, ANSTATT HIER IN MEINEM (öffentlich gemachten, aber egal) LEBEN RUMZUSCHNÜFFELN!  lg, Sophia
Friday, September 3. 2010
Wie die meisten meiner treuen Leser wohl schon auf die eine oder andere Weise mitbekommen haben, hat es mir in Finnland aus verschiedenen Gründen nicht so gut getaugt, wie ich gedacht habe und ich bin froh, euch mitteilen zu können, dass ich nach einer 18-stündigen Odysee gestern, einschließlich verpasser und falsch gebuchter Züge, unpünktlicher Shuttlebusse, winziger Internetcafés und nicht zuletzt des eher weniger einladenden Flughafens, der außer von unser aller Freund Ryanair, glaube ich, von niemandem verwendet wird, und einer 5-stündigen Autofahrt von mitten im Nichts (Frankfurt - Hahn) nach mitten im Nichts, aber wunderschön (Oberumbach), wieder zuhause angekommen bin, wo ich jetzt auch erst mal bleiben werde, bis mir was anderes Blödes einfällt. Dies bedeutet aber auch gleichzeitig das vorerste Ende des Blogs, denn ich werde bestimmt nicht hier im Internet raustrompeten was ich jetzt auch ausgewählten Personen persöööönlich zumuten kann  Also machts gut, bis bald im wirklichen Leben Sophia
Sunday, August 22. 2010
14 Grad, heiter oder: Ankunft in Helsinki
Wieso sieht es hier wie in Italien aus?
Hallo Leute und willkommen zurück zum inzwischen dritten Abschnitt des Blogs.
Ich hoffe, ihr habt die Zeit ohne mich gut überstanden  Mir jedenfalls geht es blendend. In diesem Augenblick sitze ich grade im Schneidersitz in Helsinki am Bahnsteig und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Ganz recht, Sonne... und Schnee ist auch weit und breit keiner in Sicht. Ich muss zugeben, ich bin etwas enttäuscht. Aber von Anfang an:
Eigentlich hatte ich ja vor, einen genialen „Jetzt gehts dann weiter mit dem Blog“-Eintrag von Deutschland aus zu verfassen, wo ich euch erzähle, wie aufgeregt ich bin und wie cool das alles wird etc.... aber ihr kennt mich: ich habs verplant. Es gab einfach so viel zu tun und so wenig Zeit. =) Jetzt bin ich jedenfalls wieder da.
Angefangen hat das Abenteuer schon gestern nachmittag, als ich um drei Uhr immer noch nichts gepackt hatte und auch trotz Zeitdruck seltsamerweise nicht so richtig motiviert war, an diesem Zustand groß was zu ändern. Aber hilft ja alles nichts, ich habe mich irgendwie aufgerafft, ein paar Klamotten und sonstige Kleinigkeiten in den Koffer zu werfen. Abends waren dann noch mein Onkel und meine Tante da (ja ihr seid gemeint, Victor und Eva, ich weiß genau, dass ihr mich hören könnt!) und ehe ich michs versah, lag ich auch schon zum letzten Mal in meinem eigenen Bett und sollte da auch noch schlafen! Nachdem ich die ganze Nacht über immer wieder wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett gefahren war, weil mir so nicht ganz unwichtige Details wie mein Reisepass eingefallen sind, den man ja vielleicht noch einpacken könnte, war auch diese Nacht irgendwann vorbei und ich sollte also aufstehen... eh schon nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Und dann war es auch noch Nacht, und kalt draußen noch dazu.
Ein halbverspätetes Aufstehen, eine rasante Autofahrt nach München, eine mittelgroße Odysee am Flughafen, einen Becher voll pappend süßen Becherobstsalat und einen Metalldetektor später war es dann so weit: Nach gut drei Wochen Heimaturlaub in meiner oberbayrischen Heimat Oberbayern, während denen ich mich um so gut wie nichts selber kümmern musste, war ich wieder auf mich allein gestellt, was ich auch gleich dazu verwendet habe, mich auf den Boden zu setzen und zu heulen wie ein kleines Kind... sehr erwachsen, wirklich.
Ich erspare euch jetzt die Einzelheiten der beiden Flüge (München – Kopenhagen und Kopenhagen – Helsinki), nur so viel: nach dem schon erwähnten Obstsalat kam bis zum Flughafen in Helsinki in meinen Magen erst mal nichts mehr rein. Die beiden Flüge waren von dieser Super-Billigklasse, wo man das Gefühl hat, gleich kommen die (grässlich angezogenen!! da war eine, die hatte einen mindestens 20 cm breiten türkisen Ledergürtel und passende Handschuhe an, die Frau) Stewardessen und verlangen von dir eine Platzbelegunsgebühr und Anwesenheitspauschale und Atmungssteuer, sprich, es gab nichts zu essen was man nicht hätte kaufen müssen. Ich kam also in Helsinki an und hatte vor allem eins: Hunger. Während dem Landeanflug war ich schon etwas enttäuscht, muss ich gestehen. So hatte ich mir Finnland nicht vorgestellt. Wo waren denn da die Wälder, die Seen, die Bären, Rentiere, Trolle und was es hier sonst nicht noch alles geben sollte? Und vor allem: Wo ist bitte schön der Schnee? Versteht mich nicht falsch, ich weiß natürlich, dass Sommer ist und alles... aber trotzdem, Finnland ohne Schnee, das zählt ja wohl nur halb!
Aber ich sitze immer noch hier in Helsinki am Bahnhof und spüre meine beiden Beine nicht mehr, wegen dem Schneidersitz und außerdem schaut mich die Trulla neben mir schon immer ganz komisch an. Könnte eventuell daran liegen, dass ich hier weit und breit der einzige Mensch bin, dessen Haare weder blond noch offensichtlich gefärbt sind, oder dass ich sie auch komisch anschaue, weil sie mir den Rauch ihrer blöden Kippe die ganze Zeit direkt ins Gesicht pustet... wie dem auch sei, ich suche mir einen anderen Sitzplatz und schreibe dann später weiter. Bis dahin machts gut,
Sophia
Tja, mittlerweile ist es ca. 5 Stunden später, ich sitze immer noch im Zug nach Oulu und langweile mich. Nachdem ich meinen eigentlichen Sitzplatz nicht finden konnte, habe ich mich einfach irgendwohin gesetzt. Ich schreibe gleich meinen Bericht darüber, wie ich hier eigentlich hingekommen bin, zu Ende, aber erst noch ein paar schnelle Bemerkungen: Ich habe vorhin im Supermarkt am Bahnhof eine Frau gesehen, die original aussah, wie der Andy von „Little Britain“ in weiblich.... leider wirklich genauso, nur ohne Rollstuhl.
Dass die Finnen ja angeblich so unglaublich kinderfreundlich sind, kann ich nach keinen sechs Stunden Aufenthalt zwischen ihnen übrigens auch schon bestätigen: die haben eine eigene Superriesenmegamonsterkinderspielecke hier im Zug, wo hinten ein paar Sitze für die Eltern sind und vorne ein Kuscheleck, Maltische, Spielzeug, sogar ein Fernseher, wo irgend so eine seltsame Kindersendung läuft... einfach so, für alle.
Eine andere Frau ist mir vorhin am Bahnsteig auch noch aufgefallen und hat jetzt die zweifelhafte Ehre, die mir Abstand merkwürdigste Ansammlung an Tätowierungen zu haben, die mir bis jetzt untergekommen ist: Alle zwischen Knöchel und halber Höhe am Schienbein gelegen und zwar lins und rechts. Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern, aber dabei waren:
1. Ein Schädel mit Katzenohren (ein Menschenschädel, dass wir uns auch richtig verstehen), darunter zwei gekreuzte Knochen
2. Irgendeine kryptische Runenbotschaft, weder waag- noch senkrecht, sondern schön diagonal
3. Ein ovales Indianersymbol oder sowas... mit Federn unten dran
4. und jetzt haltet euch fest: ein Gürteltier (!!)
Nicht vergessen, all das so angeordnet, dass man es mit einem ordentlichen Paar Kniestrümpfe gut zudecken könnte - klingt jetzt wenn man es so aufschreibt, nicht so seltsam, wie es ausgesehen hat...
Was mir als Zweites an Finnland aufgefallen ist (gleich nachdem ich gesehen habe, dass wirklich nirgendwo auch nur ein bisschen Schnee zu finden ist) ist, dass die Straßenschilder ABSOLUT IDENTISCH mit denen in Italien sind. Die gleichen Symbole, die gleichen Farben, die gleichen Rostflecke, einfach alles!! Ansonsten sieht es eher aus wie daheim, nur ohne die Berge und mit mehr Seen. Ich bin ja etwas enttäuscht, dieses „WOW Alles neu!“-Gefühl, das man in Brasilien gleich ganz automatisch hatte, ist bis jetzt ausgeblieben. Klar, alle reden unverständliches Kauderwelsch (hört sich übrigens gar nicht so merkwürdig an, wenn jemand, der das auch kann, finnisch spricht... lustig schon, aber nicht so lächerlich), aber davon abgesehen könnte ich auch in jedem x-beliebigen mir unbekannten Teil Deutschlands sein.
Und letzte Zwischenbemerkung: im Bordrestaurant dieses ICs darf man nicht mit Anzug rein. Ihr glaubt mir nicht? Ich habs auf Video, meinem neuen iPod sei Dank!
Aber zurück zur Story: Wo war ich? Genau, ich saß auf dem Bahnsteig und die rauchende Frau sah mich komisch an und ich war dabei zu erzählen, wie ich in Helsinki gelandet bin und keine Trolle gesehen habe.
Hanne, eine Schulfreundin meiner Gastmutter, sollte mich am Flughafen abholen und so habe ich mich also extra beeilt und sogar nochmal die Haare gekämmt, bevor ich da raus bin, um auch ja einen guten Eindruck zu machen... im ersten Moment mal total umsonst: Hanne war nämlich nicht da. Die von Riitta (der Gastmutter) abgegebene Beschreibung (groß und blond) traf da zwar auf ziemlich viele Frauen zu, aber keine von denen hat mich auch nur eines Blickes gewürdigt. Also habe ich mich auf meinen Koffer gesetzt, um darauf zu warten, dass irgendwas passiert. Ich hatte mich kaum hingesetzt, als tatsächlich eine große blonde Frau auf mich zugeeilt kam. Zwar statt der umwerfend aussehenden blonden Wikingeramazone mit den stahlblauen Augen nur eine dickliche Hausfrau mit Speckfalten unter dem pinken T-Shirt, aber man soll ja bekanntlich eine Person nicht nur nach dem Aussehen beurteilen und sie hat mir ja wirklich sehr geholfen... mich zum Bahnhof gebracht und sogar das Ticket für mich bestellt. Dann ist sie mit ihrer (süßen, elfjährigen) Tochter vorerst wieder aus meinem Leben verschwunden (Ende der Woche besuchen wir sie in Helsinki) und hat mich allein auf dem Bahnhof zurückgelassen, wo ich fast anderthalb Stunden nichts anderes zu tun hatte als die Leute um mich herum zu beobachten und euch zu schreiben. Dann kam der Zug und seitdem fahre ich rückwärts durch Finnland =) Ein paar sehr schöne Seen hab ich schon gesehen... dekorativ sind die Dinger ja, kein Zweifel, aber unpraktisch: Da wo See ist, kann man logischerweise keine Bahnschienen hinlegen (Wasser hat ja bekanntlich keine Balken) und so haben wir schon gaaaaaaaaaaanz einen Riesenumweg gemacht und sind doch kaum von der Stelle gekommen. Detail am Rande, aus meinem lonely-planet-Reiseführer entnommen: Finnlands Seeufer alle zusammengenommen ergeben fast die Strecke von hier bis zum Mond =)
Und jetzt hab ich Kopfweh, ich bin echt müde... eigentlich sollte ich heute um viertel nach elf in Oulu ankommen, aber wir haben jetzt schon über eine halbe Stunde Verspätung und ich habe eher das Gefühl, es wird noch mehr.
Vermiss euch, aber freu mich auch auf die neuen Leute und die neue Stadt
Sophia
PS: Ach ja und ich bin euch jetzt übrigens in der Zeit voraus: GMT +2 
PPS: Es ist jetzt übrigens 21:57 Uhr und noch kein bisschen dunkel... noch nicht mal dämmerig. Da bekommt der Begriff „taghell“ gleich noch mal eine ganz neue Bedeutungsebene.
PPPS: Mein OpenOffice spricht übrigens immer noch Symbolschrift... irgendwer n Plan wie das weggeht?
PPPPS: Habe soeben bemerkt, dass ich die letzte... sicher Stunde oder so das gesamte Abteil mit meiner Musik beschallt habe... manchmal macht der Laptop auch dann die Lautsprecher an, wenn ich doch Kopfhörer eingesteckt habe. Versuche gerade, mich zu erinnern, was ich so gehört habe und frage mich, was die Leute jetzt wohl alle denken. Aber warum haben die auch nix gesagt? Oh man, das Pippi-Langstrumpf-Lied war auf jeden Fall dabei...
PPPPPS: Hihi, in dem Bordrestaurant haben die genau die gleichen Teller wie bei uns daheim (die orangen)... da war wohl jemand bei Ikea nen Großeinkauf machen.
Saturday, August 21. 2010
Ich hab nen ziemlich ausfuehrlichen Blogeintrag ueber meine Reise geschrieben, der jetzt aber leider auf dem anderen Computer ist... also hier nur so viel: ich bin gut angekommen, die Familie ist nett, das Wetter ist schön.
Den Rest gibts morgen
Sophia
Thursday, July 22. 2010
Hallo meine Lieben,
tja, in drei Tagen (am Sonntag) steige ich dann wohl in Recife ins Flugzeug und bin dann nach exakt 365 Tagen Aufenthalt in Brasilien und 36 Stunden Flug wieder in Europa, für gut drei Wochen sogar in Deutschland In dieser Zeit werde ich mit dem Blog aussetzen (da können wir uns ja dann eh privat unterhalten) und in Finnland schau ich dann, dass ich des weiterschreibe. Tut mir Leid, dass meine Einträge monatelang so lückenhaft waren, ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen was interessantes erzählen, ich hab mich jedenfalls königlich amüsiert liebe Grüße und fröhliches "bis bald in Deutschland" Sophia
Monday, July 12. 2010
Hallo meine Lieben und sonstige Leser 
Heute dann noch ein etwas ernsteres Thema. Wer von euch hat schon
von den Überschwemmungen hier im Nordosten Brasiliens gehört?
Hier nochmal die Kurzzusammenfassung:
In den letzten sechs Wochen hat es hier viele Stürme mit heftigem
Regen gegeben und in Pernambuco, dem Staat wo ich im Moment wohne,
und dem Nachbarstaat Alagoas, sind mindestens 40 000 Menschen
obdachlos geworden und über 1000 werden vermisst. Die Stadt wo ich
wohne, liegt im Landesinneren und am Hang und ist deshalb relativ
wenig betroffen, eine Straße wurde gesperrt, drei Menschen sind
ertrunken, etwa hundert Häuser wurden zerstört und die am Fluss
sind ausnahmslos überschwemmt worden, aber insgesamt hat sich die
Zerstörung in Grenzen gehalten. Andere Städte wurden fast komplett
unter Wasser gesetzt und in Alagoas wurden ganze Dörfer einfach
weggespült. Da auch viele Brücken eingestürzt sind (unsere zwei in
Gravatá haben Gott sei Dank gehalten), sind einige Orte auch
komplett von der Außenwelt abgeschnitten. In so einer Situation muss
man echt dankbar sein, wenn man, wie ich, mit einer undichten Stelle
im Dach davongekommen ist. Es hat jetzt seit fast einer Woche nicht
mehr schlimm geregnet, aber natürlich ist die Stimmung nach wie vor
sehr angespannt und es gibt viele Probleme zu lösen. Die Menschen
haben die größten Schwierigkeiten, den Matsch aus ihren Häusern
rauszubekommen, sofern sie sich noch in der glücklichen Lage
befinden, ein Haus zu haben, aus dem sie Matsch entfernen können.
Deswegen sammelt die evangelische Kirche auch hier in Gravatá
Kleidung, Decken, Matratzen, Nahrungsmittel, Hygieneartikel und
Putzmittel und so... und da ihr im fernen Deutschland ja schlecht
sowas schicken könnt, dachte ich mir, ich gebe euch
großherzigerweise die Möglichkeit, euch trotzdem zu beteiligen. Ihr
könnt mir Geld schicken (wer Kontakt mit meinen Eltern hat, wohl am
einfachsten und schnellsten über sie, ansonsten verrate ich per Mail
sogar meine Kontodaten) und ich kaufe den ganzen Schrott für euch
und stelle es zu Paketen zusammen und binde ein Schleifchen drum...
wenn ihr zu faul seid, Geld zu überweisen oder nur Banknoten und
keine Bankkonten besitzt, könnt ihr mir sogar nur sagen, wie viel
ihr gerne geben würdet, dann lege ich das aus und in Deutschland
gebt ihr mir das wieder... nur dann auch bitte wirklich geben, ja? Es
muss ja auch nicht viel sein, hier gibt es jetzt Leute, die
buchstäblich alles verloren haben und in so einer Situation hilft
jedes bisschen schon weiter... klingt abgedroschen, ist aber in
diesem Falle wirklich so!
Machts gut, ich hoffe, beim nächsten
Mal gibts wieder erfreulichere Nachrichten
Sophia
Friday, July 2. 2010
Hallo Leute, nun ist Brasilien also raus aus der WM... und ausgerechnet gegen Holland und ich hab auch noch ein oranges T-Shirt an Aber mal sehen wie Deutschland sich morgen gegen Argentinien hält, bevor ich hier zu schadenfroh werde. Ich habe zu meinem Arm in der letzten Woche auch noch Dengue bekommen, eine tropische Fieberkrankheit mit Ausschlag, die aber unauffällig verlaufen ist und inzwischen wieder fast weg. Aber für Erwachsene ist die meistens eh nicht so gefährlich, nur bei Kindern unter 15 und Senioren über 65 sterben 15 bis 30 Prozent Aber es macht mir immer noch keinen Spaß, mit Gipsarm zu tippen, deswegen machts gut Sophia PS: Der David benutzt übrigens einen Adventskalender, den seine Mutter ihm zu Weihnachten geschickt hat und der Mitte Mai angekommen ist, um seine letzten Tage hier in Brasilien zu versüßen. Ist mir nur grade eingefallen, weil ich heute noch exakt 24 Tage habe, bis ich wieder in Deutschland bin (23 bis zum Abflug)
Sunday, June 20. 2010
Wilkommen zurück, ich fang einfach da an, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe: Wir erinnern uns, ich sitze auf der kleinen Grasfläche vor Davis Haus auf dem Hosenboden und schaue mich etwas erstaunt um. Während ich gesprungen bin, hatte ich nämlich noch Zeit zu denken: "Hui, ganz schön tief. Ob das so eine gute Idee war?" aber der Fall kam dann doch etwas plötzlich. Während Sopiha auf dem Rasen wieder zu Atem kommt, greift Sophia am Computer zur hypermodernen Erzähltechnik der stream of consciousness oder wie auch immer man das schreibt (Normalerweise würde ich das jetzt googlen um sicherzugehen. Aber mein Arm tut weh und ich bin faul. Ok, ich gebs zu: ich hab doch gegoogled und dabei festgestellt, dass es ja gar kein soc sondern vielmehr ein innerer Monolog ist, was ich vorhabe. Aber jetzt hab ich das alles schon getippt, jetzt bleibt es auch da!) Jedenfalls, während ich auf dem Rasen saß: "Ok, siehst du, war ja wohl ECHT keine von deinen brilliantesten Ideen, da jetzt mitten in der Nacht noch drüberzuhüpfen, warum konntest du die Tüte nicht einfach oben wegschmeißen!? Aber ganz von vorne, was tut weh? Mein linkes Handgelenk und mein Steißbein, ersteres viel schlimmer als letzteres. Kannst du die Finger bewegen? Im Moment nicht, vielleicht später. Waaaaaaaaas, hast du dir die Hand gebrochen?? Ich glaub schon, aber wie kann das sein? Der Boden ist doch ganz weich und so hoch war das jetzt auch wieder nicht, wo du runtergefallen bist. Aber das sehen wir später. Kannst du aufstehen, die Leute vor dem Tor schauen schon ganz komisch... Lass mich noch nen Moment sitzen, ich glaube, die Finger gehen schon. Da, siehst du? Tut aber ganz ordentlich weh und der Daumen geht noch gar nicht. Hihi, cool. Ich hab mir noch nie was gebrochen, wie lustig. Jetzt wird der eingegipst und alle müssen mich bedienen. Lustig nennst du das, mein Arm tut schweinemäßig weh!!" Um den Prozess etwas abzukürzen, ich bin dann tatsächlich nach ein paar Minuten aufgestanden, habe meine Tüte weggeschmissen und dann bin ich ins Haus gegangen, wo ich mir überlegt habe, irgendwem Bescheid zu sagen, mein Arm hat echt weh getan. Aber es war schon nach elf Uhr, das heißt Baby hat wahrscheinlich schon geschlafen und Josefa, von der ich wusste, dass sie noch wach war, hatte am nächsten Tag eine Klausur und musste noch lernen, also habe ich spontan beschlossen, die Nacht alleine durchzustehen und am nächsten Morgen mit den tias da manha, den Erzieherinnen vom Vormittag, zu besprechen was zu tun sein. Außerdem war ich echt am Ende und die Vorstellung, jetzt noch in die Notaufnahme vom öffentlichen Krankenhaus zu fahren, da dann stundenlang zu warten etc. war nicht sehr verlockend, ich wollte lieber schlafen. Also habe ich den Arm, der mittlerweile etwas merkwürdig angeschwollen war, mit einem Kochlöffel und meinem Schal behelfsmäßig geschient und bin dann ins Bett gegangen, konnte allerdings kein bisschen schlafen. So habe ich die Nacht also damit verbracht, Musik zu hören und mit meinem Handy zu spielen und ungefähr alle halbe Stunde, neugierig wie ich bin, den Schal abzuwickeln um zu sehen, wie stark das Handgelenk jetzt schon geschwollen ist (Je länger die Nacht wurde, desto weniger konnte ich auch die Finger bewegen. Der Daumen, der von Anfang an am meisten wehgetan hatte, ging irgendwann gar nicht mehr.). Gegen fünf Uhr morgens bin ich endlich eingeschlafen und um sieben bin ich aufgestanden, habe den Arm ausgewickelt, war insgeheim sehr zufrieden mit der riesigen Beule und blaugrünen Farbe meines Armes, habe geduscht, mich angezogen (hat eeeewig gedauert, versucht mal, Jeans mit nur einer Hand zuzumachen, oder noch besser, einhändig Socken anzuziehen) und bin dann hinuntergegangen, um meine erste Portion Mitleid einzuheimsen. Hat auch wünschenswert geklappt und ich bin nach einigen erschreckten Ausrufen und einem hastigen Telefonat nach Hause gegangen, um Geld zu holen und dann mit einem Motorradtaxi zu einer mir beschriebenen Privatklinik gefahren, wo ich dank des Telefonanrufs schon sehnsüchtig erwartet wurde. Der Arzt hat allerdings, nachdem mir seine Sprechstundenhilfe schon gleich die ersten 50 Reais als Behandlungsgebühr abgeknöpft hatte, nur einen Blick auf meinen Arm geworfen: "Ahamja, ist wahrscheinlich gebrochen, das Hämatom hier ist typisch, gehen'se mal nebenan zum röntgen." Meine ergänzenden Kommentare, wie mir die ganze Nacht trotz vollständiger Bekleidung und drei Decken so eisig kalt war, während ich trotzdem geschwitzt habe, hat er mit einem gequälten Gesichtsausdruck über sich ergehen lassen, mich dann aus dem Raum geschoben und mit einem Zettel in der Hand zum Röntgen geschickt. Nach einem kurzen Intermezzo mit dem (gutaussehenden, dunkelhäutigen) Röntgenfuzzi (habe ich erwähnt, dass er gut aussah? Der weiße Kittel, die dunkle Haut, der durchtrainierte Körper, das strahlende Lächeln... aber ich schweife ab) hat sich die exakt gleiche Szene mit dem Arzt wiederholt, nur dass ich dieses Mal statt einem Zettel für den Röntgenmann einen Zettel für den Gipsmann bekommen habe. Der war an sich nicht so schön anzuschauen wie der erste, aber dafür charmant und plapperig, was auch nett war. Danach habe ich noch ein letztes Mal bei Dr. Alexandre vorbeigeschaut (ja, Ärzte werden hier beim Vornahmen genannt, genau wie Lehrer, Polizisten und alle anderen Autoritätspersonen...) und der hat mir noch ein Rezept für irgendein schmerzstillendes, entzündungshemmendes und sonstige Wunder wirkendes Mittelchen gegeben und gesagt, ich dürfe in einer Woche wieder zum Röntgen antanzen. Die Medikamente haben dann gleich nochmal viiiiiiiiiiel Geld gekostet und reichen nur für eine Woche. Ich mein, ich wusste ja, dass das teuer wird, aber so teuer? Das hat meinen kompletten Finanzplan durcheinander gebracht, aber ich denke ja gar nicht daran, die letzten Wochen jetzt zu sparen und immer nur trockene Nudeln zu essen, nur weil ich mir blöderweise den Arm angeknackst habe. Muss ich halt doch noch mal Geld abheben, aber naja was solls. Damit verabschiede ich mich, Sophia
Wednesday, June 16. 2010
Hallo meine Lieben, eigentlich ist in der Überschrift ja schon Alles
gesagt, oder? Ich wollte am Montagabend über eine gelbe Mauer springen
und habe mir dabei den linken Arm gebrochen. Aber so wie ich euch kenne
wollt ihr wieder alles ganz genau wissen, stimmts? Also von vorn: Montag war hier im Viertel vom Projekt so ein kleines Straßenfest und nachdem niemand so genau wusste, wie lange das gehen würde,
wollte ich danach nochmal im Haus vom Pfarrer schlafen. Das Straßenfest
kam und ging, war ganz nett aber nichts Besonderes. Nachdem ich
aufgrund meines im Moment eher...öhm, unregelmäßigen Lebensstilsseit vormittags um zehn nichts mehr gegessen hatte, hatte ich selbstverständlich mörderisch Hunger
, aber ich war ja nicht zu Hause und dementsprechend auch nicht
unmittelbar in der Nähe von irgendwas Essbarem. In meiner Verzweiflung
bin ich wieder raus auf die Straße und habe da auch ein paar Freunde
getroffen (Paulinho, Diego und Ludo, bevor die Fragen kommen) und zu
meiner Freude und Überraschung hat mir einer von denen (Diego) eine
Tüte Chips geschenkt... ich muss wohl verhungerter ausgesehen haben,
als mir bewusst war =) Ich steh zwar normalerweise nicht so auf Chips,
besonders nicht auf brasilianische, aber ich hatte echt Hunger. Also
habe ich mich auf die Treppe vor Davis Haus gesetzt (Davi wohnt im
ersten Stock über dem Projekt und die Treppe führt außen hinauf), neben
der sich besagte gelbe Mauer befindet, als eine Art gemauertes
Geländer. Als ich meine Chips fertig gemampft hatte, bin ich, anstatt
die Treppe komplett runterzulaufen, das kleine Tor am Ende aufzumachen,
durchzugehen und wieder zu schließen, einfach von der fünften oder
sechsten Stufe aus einfach über die Mauer auf das daneben und darunter
liegende Gras gesprungen. Das mache ich hin und wieder wenn ichs eilig
habe und/oder ich keine Lust auf das Tor habe. Normalerweise ist das
auch keine große Sache, aber wie ihr aus der Überschrift unserer
kleinen Geschichte sicher scon erahnen könnt, nähern wir uns dem
drastischen Klimax. Ich hatte nämlich einige nicht zu unterschätzende
Faktoren außer Acht gelassen: 1. Ich war müde. 2. Es war Nacht. 3. Das Gras war nass und ich hatte Chucks an. 4. Ich hatte trotz Chips immer noch Hunger. Und deswegen bin ich halt ausgerutscht und
mit der linken Hand irgendwie blöd aufgekomen und jetzt ist der Arm
gebrochen. Den zweiten Teil der Geschichte, eir ich ins Krankenhaus
gefahren bin und die mir das Geld aus der Tasche gezaubert haben, gibts ein andermal, ich bin müde und hab Kopfweh. Sophia PS:
Achja und noch ein recht herzliches Beileid an alle von euch, die nicht
10-Finger schreiben... ich hatte schon ganz vergessen, wie furchtbar
mühselig das ist 
Sunday, June 13. 2010
Hallo Leute, na, wer von euch hat das Spiel verpasst? Ich jedenfalls nicht =) Hier war es auch erst halb vier, als es übertragen wurde und die ersten 15 Minuten (und damit auch das erste Tor) habe ich, zugegebenermaßen, verpasst. Ich bin nämlich dank Dauerregen wieder mal erkältet und war heute morgen trotzdem in Capoeira, und deswegen war ich recht am Ende und habe den Anfang bustäblich verschlafen. Ich hatte während der Übertragung sooooo Heimweh, so schlimm wars schon lange nicht mehr. Dazu kommt noch, dass das Wetter echt ätzend ist und in Deutschland scheint bestimmt die Sonne. Aber auf der andereren Seite freue ich mich tierisch, es den Brasilianern so richtig reinreiben zu können... ultrawitzige Kommentare ("Na Sophia, schaust du dir heute auch an, wie Deutschland verliert?") waren in den letzten Tagen an der Tagesordnung. HAH, 4:0, das sollen die erst mal nachmachen! Und damit verabschiede ich mich auch schon wieder Sophia
Friday, June 11. 2010
Hallo Leute, habe soeben meinen wahrscheinlich letzten Unterstützerbrief vollendet und werde den dann wohl nachher noch unter die Leute bringen =) Meine Gedanken wenden sich langsam aber stetig wieder Deutschland, bzw. in meinem Fall dann wohl eher Europa zu... sind Flüge von Finnland nach Irland eigentlich sehr teuer? Mein Gastbruder Nick aus Brasilien studiert nämlich in Dublin und ich hab ihm versprochen, ihn besuchen zu kommen, wer kommt mit? Ansonsten geht es mir wie immer, ich esse, ich schlafe, ich spiele mit Kindern... nichts Außergewöhnliches. Letzte Nacht hab ich im Haus vom Pfarrer übernachtet =) Ich liebe es, auswärts zu übernachten, da kommt das kleine Mädchen in mir wieder hoch (mit dem hab ich in letzter Zeit sowieso viel Kontakt.... ich glaube, ich werde nicht älter, sondern bewege mich langsam, aber sicher, Richtung albernes 14-jähriges Mädel, das sich die Fingernägel anmalt und stundenlang auf Lokalisten die Profile anderer Menschen anschaut... bald fange ich noch an "Loooookis" zu sagen!). Der Pfarrer ist nämlich zZ in Vitória in Espirito Santo auf einer Konferenz und seine Frau ist nicht in der Lage, die Einsamkeit zu ertragen. Also wohnt sie bis auf weiteres mit ihrer kleinen Tochter (ein entzückendes Ding, 7 Monate alt, blond, braune Augen, wenn man ihr die Zunge rausstreckt, verzieht sie erst das Gesicht und fängt dann an zu strahlen) bei ihrer Mutter und kommt etwa drei Mal die Woche in ihrem eigenen Haus vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Der David und ich füttern die Vögel, gießen die Blumen und hin und wieder soll einer von uns dort übernachten, damit nicht eingebrochen wird Und nachdem ich das sehr gerne mache und der David anscheinend nicht so, mache ich das wahrscheinlich morgen gleich nochmal. Heute abend ist nämlich Probe für unsere Quadrilha für Sao Joao, das Johannisfest Ende Juni (24.6. ist Johannistag, ich werde noch Spezialist für katholische Feiertage hier), das hier ein gaaaaanz großes Event ist, vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern, nur nicht so religiös. Es gibt ganz viel besonderes Essen (alles mit Mais, ist grad Maisernte hier), die Stadt wird in bunte Fahnen und Lampions gehüllt, alle tanzen und singen und lachen und gammeln rum und niemand arbeitet den kompletten Monat, hab ich manchmal so das Gefühl. Seit zwei Monaten ist jedes Wochenende "Vor-Sao-Joao" mit Forró und tanzen, bin gespannt, wie die das noch groß steigern wollen, wenn der richtige Sao Joao kommt. Die Quadrilhas sind spezielle Tänze, wo man in Paaren bunt angezogen durcheinanderhüpft, während Hüpfmusik gespielt wird und ein Ansager wie in den Wildwestfilmen ruft: "und alle im Kreis", "Frauen auf die eine Seite, Männer auf die andere!" "Er fordert sie zum Tanzen auf!" "Balancê", was soviel bedeutet wie wackeln oder schaukeln und zur Folge hat, dass jeder sich seinen Partner krallt, an sich presst bis keine 3cm mehr Platz sind zum Atmen und man in dieser Position von einem Bein aufs andere wechselt... mit höchst sinnlichen Bewegungen und extatisch glücklichem Grinsen, natürlich. Macht aber wirklich Spaß, sobald man sich mal dran gewöhnt hat =) Ich schau, dass ich nen Film mache und dann bring ich euch den mit. Na ich geh dann mal Sophia
Friday, June 4. 2010
Hallo Leute, Also normal hab ich ja wenigstens ne ungefähre Vorstellung, was ich euch erzählen will, aber heute.... nichts, absolut gar nichts. Baby und Josefa (zwei meiner Mitarbeiterinnen) sitzen im Nebenraum und planen die nächsten paar Wochen. David ist zu Hause und ich fühl mich ganz bäh. Ich hab voll Bock auf Obst und Gemüse, aber wir haben echt absolut nichts davon zu Hause... erstens haben wir kein Geld für solchen Firlefanz und zweitens bin ich viel zu faul, sowas zu kaufen. Wenn ich mich dann aufraffe, ist es innerhalb von Tagen wieder weg und es geht wieder von vorne los. Ich glaub, ich geh lieber mal und finde was zu Essen, der Eintrag ist sogar noch kürzer geworden als ich dachte, Sophia
Sunday, May 30. 2010
Hallo Leute, ich hab grad sooo einen schönen Eintrag über mein Wochenende geschrieben und schon wieder alles gelöscht... manno. Also jedenfalls. Am Samstagnachmittag hab ich mich mit einigen der Capoeiramädels zum Damentraining getroffen, aber nachdem unser Lehrer nicht aufgekreuzt ist, haben wir die drei Stunden einfach verratscht. Dann bin ich nach Hause gerannt, um schnell was zu essen und zu duschen, dann war Kirche (letzter Gottesdienst mit Pfarrer für einige Zeit, der fährt nämlich zu einer Konferenz und dann noch zwei Wochen zu seinen Eltern, die weiter im Süden wohnen). Danach bin ich so halb spontan noch zum ersten Mal seit Monaten richtig abends weggegangen. Genau, ich. Genau, tanzen. Und ganz genau, es war wunderbar =) Zuerst war ich noch mal ganz kurz zu Hause, um Geld zu holen und ein anderes T-Shirt anzuziehen und dann bin ich mit einigen Mädels an einer Straßenecke gestanden, um Eintrittskarten für eine Party im CDG zu verkaufen. Das CDG ist eigentlich eine Sporthalle, halb drinnen und halb draußen, gefliest (für eine Sporthalle an sich ja nicht so optimal). An einer Seite ist eine kleine Bühne und auf der anderen so eine Art erhöhte Plattform, wo man Getränge kaufen kann und sich auch hinsetzen, wenn es einem nichts ausmacht, dass die Bänke (wie auch der Boden überall) kleben. Das mit dem Karten verkaufen lief in etwa so ab: wir stehen im kleinen Grüppchen an der Ecke, wärmen uns gegenseitig (ja, es ist Brasilien, aber nachts ist halt einfach doch schon Winter... und sooo warm sind Spaghettiträger auch nicht). Ein paar Jugendliche nähern sich. Wir: "Hallo, wollt ihr zufällig ins CDG?" Die: "Joa, schon" Wieder wir: "Habt ihr euren Eintritt schon bezahlt, wir verkaufen nämlich Karten. Und ich würde euch empfehlen, die hier zu kaufen, wir verlangen nämlich nur drei Reais, und die da hinten verkaufen sie für 5." Das stimmte sogar, eigentlich hätten wir die Karten nämlich als Vorverkauf verkaufen sollen, aber da hatte irgendwie nie jemand Zeit.... da haben wir sie halt an dem Abend zum Vorverkaufspreis abgestossen. Als wir dann so gegen halb eins die meisten Karten verkauft hatten, sind wir dann schließlich auch ins CDG gegangen und durften uns am Eingang sogar noch eins von diesen bunten Papierarmbändern aussuchen: grün für Single, gelb für "ist sich nicht ganz sicher" und rot für Vergeben. Als wir dann drinnen waren, war ich echt froh festzustellen, dass außer so brasilianischen Sachen auch noch ganz normaler Elektro lief. Um vier sind wir dann heim, um zwanzig nach vier war ich im Bett und da bin ich heute auch den größten Teil des Tages geblieben. Ich muss leider weg, machts gut Sophia PS: Kommentare, Wüsche, Kritik, liebe Grüße, virtuelle Apfelkuchen und sonstige Bemerkungen natürlich wie immer herzlich wilkommen
Friday, May 28. 2010
Hallo meine Lieben und andere Leser =)
Ich hab mir gedacht, ich schreib statt ein paar wenigen, ewig langen Blogeinträge jetzt lieber kürzere, nichtssagende Mitteilungen  Heute ist hier im Projekt ganztägige Teambesprechung, noch zusätzlich dadurch verbessert, dass ein Teil von Davids und meiner Abschlussbewertung und etc. aus irgendeinem Grunde vorgezogen und heute erledigt wird. Ich freu mich ja mal so gar nicht auf den Verlauf des heutigen Tages. Ansonsten gehts mir gut, ich werde, während ich das hier schreibe, von gefühlten 487634 Mücken zerstochen, meine Beine sind schon ganz juckig! Hinter mir betüddeln und be-"jucki jucki, tudeldeduuuu, wo ist die Mama? Wo ist die Titiiiia?"-en eine Mitarbeiterin und die Frau vom Projektleiter deren 7 Monate alte Tochter, ich könnt echt jedes Mal so nen Anfall kriegen. Ich mein, ok, das Kind ist ganz süß geworden (riiiiiiiiiiiiesige braune Augen, ganz helle Haut, blonde Haare), die ersten paar Monate sah es echt aus wie ein missgebildeter Frosch. Aber diese allgemein verbreitete offensive Kindesbeniedlichung nervt micht schon seit ich angekommen bin... ein bisschen Respekt gegenüber diesem Wohlfühlabstand oder wie das doch gleich heißt, auch wenn es nur ein Kind ist, bitte! Gestern haben zwei Projektkinder den Rest von unserer Seifenblasenflüssigkeit verschüttet, mal sehen ob ich auch ohne Glyzerin eine neue zusammenmixen kann... von eurer Puppendoktorin und Aushilfspuppenstrickoma Sophia
Wednesday, May 12. 2010
Hallo meine Lieben,
heute wirds wahrscheinlich immer noch kein ewiglanger Eintrag, aber ein bisschen was will ich euch schon mal wieder mitteilen: Zum Beispiel (ganz wichtig) dass es heute regnet =) Ich mag Regen, da riecht alles nach nassem Staub... sehr schön. Ich hab auch das schlimmste Heimweh, wenn ich mich unvorbereitet daran erinnere, wie irgendwas zu Hause riecht, wie etwa die Weizenfelder ganz kurz vor Pfaffenhofen, wenn man da mit dem Fahrrad dran vorbeifährt (Aber nur, solange der Weizen nicht richtig reif ist). Ist mir gestern eingefallen =) Aber eigentlich will ich euch ja von Finnland erzählen: ich habe nämlich inzwischen meine Wunschfamilie tatsächlich bekommen, ich konnte mein Glück kaum fassen... nur um ein paar Tage später eine Anfrage von einer Familie zu bekommen, die ich vielleicht noch ein ganz kleines Bisschen lieber gehabt hätte... aber das ist ja typisch für mich und wahrscheinlich auch nur so ein Gefühl. Meine jetztige Familie ist nämlich in jeder Hinsicht relativ perfekt =) (boa, voll des Oxymoron... relativ perfekt): zwei niedliche blonde Kinder (Mädchen und Junge, ein und drei Jahre alt), eine leicht verrückte Mutter, die total liebe Briefe schreibt, ein Öko und so eine Art Sozialarbeiter ist, und ein Vater, über den man noch nicht allzu viel weiß, außer dass er Polizist ist und oft nachts arbeitet. Dazu kommen noch ein Hund (leider kein richtiger, sondern nur ein Jack-Russel-Terrier) und ein Haus in einer schönen Gegend (gestern auf Google Street View gesehen... ein Hoch aufs Internet!) und nur 10 Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt. Also machts gut, ich muss weg, Sophia
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